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Vorrömisch -  römische Zeit
Frühgeschichtliche, bronzezeitliche (auf dem „Wehrborn“) und römische Funde deuten auf eine weit zurückreichende Besiedlung hin. Der Ort wurde 953 n. Chr. in einer Urkunde Kaiser Ottos I. für das Trierer Stift Oeren (St. Irminen) erstmals erwähnt. Der darin benutzte Name „Aquacuum“ verweist auf seine wasserreiche Lage am Ende eines kurzen Seitentales der Mosel. Auf der Höhe westlich des Dorfes führt spätestens seit der Römerzeit in ununterbrochener Folge bis heute eine wichtige Verkehrsader von Trier nach Köln und in die Niederlande über die Aacher Gemarkung, wo im Laufe der Geschichte weitere Ortsteile mit Neuhaus und Hohensonne entstanden.  

St. Irminen
Das adelige Damenstift Oeren (St. Irminen) besaß in Aach bis zur Französischen Revolution die Grundherrschaft, die Mühle, den Zehnten und das Kirchenpatronat. Die hohe Gerichtsbarkeit war zwar umstritten, aber der Trierer Erzbischof und Kurfürst schaffte es während all dieser Jahrhunderte nicht, seine Landesherrschaft auf das Dorf auszudehnen. Das Dorf (obgleich vor den Toren von Trier gelegen) galt unter der Herrschaft des Stiftes St. Irminen als „reichsfrei“. Eine wichtige Folge war, dass sich hier Juden ansiedelten, die im Spätmittelalter vom Kurfürsten aus Trier vertrieben wurden und dort sehr lange restriktiven Bestimmungen unterworfen waren. Sie betrieben vor allem Viehhandel. Ein Synagogengebäude (jetzt Wohnhaus) in der Mitte des Dorfes und ein Judenfriedhof zeugen noch heute von einer langen Tradition jüdischen Lebens in Aach.  

Steinindustrie
Die Aacher Bevölkerung lebte in den vergangenen Jahrhunderten vor allem von der Landwirtschaft und der Steinindustrie (Sandstein und Muschelkalk wurden in zahlreichen Steinbrüchen abgebaut). Für das Koblenzer Schloss des letzten Kurfürsten Klemens Wenzeslaus wurden in der zweiten Hälfte des 18. Jahrhunderts größtenteils in Aach und dessen Umgebung gebrochen.  

Landwirtschaft
In der Landwirtschaft spielte der Anbau von Mostobst eine große Rolle, wenn auch der daraus gewonnene „Viez“ erst im 19. Jahrhundert namentlich erwähnt wurde. Im Jahre 1934 zählte der damalige Lehrer und Dorfchronist Franz Scholl 6.000 Obstbäume auf der Aacher Gemarkung, der größte Teil davon waren Apfelbäume. Das Obst wurde, wie in dieser Region weit verbreitet, als Haustrunk verwendet und zu Schnaps gebrannt, aber auch nach Trier verkauft. Als Trier im 19. Jahrhundert an das Eisenbahnnetz angeschlossen wurde, ging das Obst sogar bis nach Schwaben.  

"Aacher Markt"
Von wirtschaftlicher Bedeutung war auch der „Aacher Markt“. Bis zum Beginn des 20. Jahrhunderts wurde jeweils am 22. September ein großer Vieh- und Jahrmarkt abgehalten. Reihum wurde für diesen Markt ein anderes Flurstück (die jeweilige Brachflur) zur Verfügung gestellt.  

Französische Revolution - 2. Weltkrieg
 Dass sich „unter dem Krummstab gut leben ließ“, ist anzunehmen, mit der Eroberung des linksrheinischen Landes durch die französischen Revolutionstruppen war es auch mit der Herrschaft von St. Irminen vorbei. Die Besitzungen des Klosters wurden versteigert. Mit dem Ende der Napoleonischen Zeit kam Aach an Preußen. Das Dorf behielt seinen durch Landwirtschaft und Steinbrüche bestimmten Charakter. Die Häuser rücken in der Talmulde eng zusammen, geben dem Dorf seinen besonderen Charakter. Heute noch sind neben der barocken Dorfkirche und dem Amtshaus von St. Irminen einige Häuser aus dem 18. und 19. Jahrhundert erhalten.  

Seit dem 2. Weltkrieg
Seit dem zweiten Weltkrieg setzte eine rege Bautätigkeit rings um den Ortskern ein, wanderten die Neubaugebiete die Talhänge hinauf, der Obstbau ging zurück, von der Steinindustrie ist lediglich nur noch ein Betrieb übriggeblieben. Auf dem „Wehrborn“ siedelte sich eine moderne Klosteranlage mit einer Erziehungseinrichtung und Ausbildungsstätten an. Im Kern aber ist der besondere Charakter dieses Dorfes noch deutlich zu erkennen. 

 

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